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Zerlegung der EQ-3

Die Montierung EQ-3 wird von verschiedenen Firmen vertrieben, z.B. Synta, Skywatcher, oder, wie meine, von Bresser.

links: EQ-3 mit Bresser Uranus Refraktor (102/1000 mm)

A: Rohrschellen
B: Fokusrad
C: Teilkreis Deklinationsachse
D: Feststellung Deklinationsachse
E: Handknauf Deklinationsachse
F: Skala Polhöheneinstellung
G: Einstellschrauben Polhöhe
H: Gegegewicht
 I : Einstellung Nordrichtung
J: Feststellung Stundenachse
K: Handknauf Stundenachse
L: Polsuchervorrichtung
M: Teilkreis Stundenachse

(Foto aus der Anleitung)

Sie wird in China hergestellt und mit einem zähen, klebrigen Fett “geschmiert”. Das hat mir nicht so gut gefallen, dehalb habe ich die Montierung komplett zerlegt, mit Waschbenzin das Fett entfernt und neu gefettet. Außerdem hat mich natürlich interessiert, wie das Teil von innen aussieht.

Zuerst wird die Montierung vom Teleskop, Handknäufen und Gegengewicht mit Stange befreit, wenn man will, kann man sie aber auf dem Stativ lassen um bequem arbeiten zu können.

Dann fangen wir mit der Deklinationsachse an. Wenn man will, kann man die Feststell-Knebel der Achsen abschrauben und die Vierkant-Messingschraube herausdrehen. Die Einzelteile der Feststellung sieht man auf dem Foto.

Durch die vordere Polsucher-Öffnung der Stundenachse kann man die dazu zu lösende selbstsichernde Mutter sehen. Nach dem Entfernen kann der Montierungskopf mit der Achse aus dem Achsenkreuz herausgezogen werden, ebenso das Schneckenrad (Fotos: links das Schneckenrad im Achsenkreuz, mit Klemmplatte und -schraube, rechts der Montierungskopf, beide Teile schon ohne Schneckengehäuse, darunter die Ring-Skala und das Schneckenrad)

Jetzt geht´s an die Schneckengehäuse. Man erkennt fünf Schrauben: zwei Innensechskantschrauben parallel zur Achse, zwei zeigen etwa auf die Achse und zwischen diesen eine kleine, schwarze Madenschraube. Die beiden langen außen dienen zum festschrauben des Blocks, die beiden dazwischen zum Anpressen der Schnecke in Richtung Schneckenrad und die kleine Schraube drückt den Block wieder vom Schneckenrad weg bzw. stellt den Mindestabstand ein. Beim Zusammenbau später zieht man die beiden äußeren Schrauben nur ganz leicht an, so daß der Block noch bewegt werden kann. Dann muß man mit den mittleren drei Schrauben so lange spielen, bis der Abstand zwischen Schnecke und Zahnrad so eingestellt ist, daß möglichst kein Spiel mehr vorhanden ist, die Schnecke aber leicht zu drehen ist ohne zu klemmen. Danach werden die beiden äußeren Schrauben richtig angezogen, um die Einstellung zu fixieren.

Die Schnecken kann man natürlich noch aus ihrem Gehäuse befreien:

Die Schnecken sind auf einer Seite nur in den Block ins Gleitlager gesteckt, auf der anderen liegen sie in der hohlen, dicken “Madenschraube”, die mit der Mutter gekontert wird. Dabei dienen die beiden Kunststoff-Scheibchen als Gleithilfe (oder wozu sonst?). Die Schnecke selbst kann durch das Loch der großen Madenschraube herausgezogen werden. Auch hier muß man beim späteren Zusammenbau den Punkt treffen zwischen zu viel Längs-Spiel der Schnecke zwischen den Lagern und zu fest.

Dann fangen wir an, die Stundenachse zu zerlegen. Die Schutzkappe entfernen, es erscheint die Polsucher-Halterung mit der Alu-Skala:

Die Polsucher-Halterung herausschrauben, dann die geriffelte Schraube (Feststellung der Stunden-Skala) herausdrehen und den schwarzen Skalenring der Stundenachse herausziehen:

Man erkennt die hohle Achse mit Außengewinde und die große aufgeschraubte Alu-Scheibe. Diese hat zwei kleine, gegenüberliegende Löcher zum Herausschrauben, z.B. mit den Spitzen einer Spitzzange. VORHER müssen allerdings die drei in radialen Bohrungen der Scheibe sitzenden Madenschrauben (1,5 mm Innensechskant) gelöst werden, sonst wird man die Scheibe nicht drehen können. Dazu muß man mit dem Schlüssel durch das Loch der Skalen-Klemmschraube:

Hat man die Scheibenmutter abgedreht, kann man das Achsenkreuz herausziehen. Reihenfolge der “Dichtungen” merken! Links: mit Schneckenrad, aber ohne Schneckengehäuse, rechts das “leere” Achsenkreuz, darunter das Zahnrad alleine und alle Gleitscheiben der beiden Achsen, sowie die Mutter der Deklinationsachse.

So, jetzt müßte man einen Bausatz für eine EQ-3-Montierung vor sich haben. Wenn noch nicht geschehen, kann man nun mit reichlich Reinigungsbenzin (Waschbenzin, evtl. auch Petroleum) das klebrige Fett - am besten in einer Schüssel - abwaschen und alle Teile, die aneinander reiben, neu fetten. Ich habe dazu ein hochwertiges, vollsynthetisches weißes Teflon-Fett aus dem Fahradladen genommen. Ich glaube, so um die 5-10 Euro für eine Tube mit etwa 100 g, weiß nicht mehr sicher. Meine Montierung war mir den relativ hohen Preis aber wert. Unten eine Detail-Aufnahme des Schneckengetriebes mit dem neuen Fett, rechts die Tube.

Ich hoffe, daß die Bilder und die Erläuterungen weiterhelfen können, wenn jemand seine EQ-3 mal zerlegt. Auf jeden Fall: Viel Spaß beim Basteln!

(Michael Opsölder)

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